Cyberangriffe werden günstiger, schneller und stärker automatisiert. Was früher gezielte Recherche und manuellen Aufwand erforderte, kann heute durch automatisierte Scans und KI-gestützte Werkzeuge in sehr kurzer Zeit sichtbar werden. Deshalb müssen wir davon ausgehen, dass bekannte Schwachstellen künftig noch schneller gefunden und ausgenutzt werden.
Aus aktuellem Anlass
Ein aktueller Security-Hinweis von Microsoft zu Dynamics 365 Business Central zeigt genau das: Vor kurzem wurde für bestimmte On-Premises-Versionen eine Schwachstelle veröffentlicht, bei der Handlungsbedarf besteht. Weitere Details finden Sie direkt in den CVE-Informationen von Microsoft.
Konkret benannt sind Business Central v25 (2024 Release Wave 2), Business Central v26 (2025 Release Wave 1), Business Central v27 (2025 Release Wave 2) und Business Central v28 (2026 Release Wave 1). Für Business Central v26, v27 und v28 stehen entsprechende Updates bereit. Für v25 nicht, da diese bereits aus dem Supportzyklus ist. Die Patches sollten Sie prüfen und einspielen.
Für ältere Versionen lässt sich aus dem Security-Hinweis nach unserer Ansicht nicht zuverlässig ableiten, ob sie nicht betroffen sind oder aufgrund des Supportzyklus nicht mehr von Microsoft geprüft wurden. Gerade deshalb sollten ältere NAV- und Business-Central-On-Premises-Systeme nicht einfach als unkritisch eingestuft werden.
Für Nutzer von Business Central SaaS ist die Lage entspannter: Ihre Umgebung ist immer auf dem neuesten Stand. Das gilt für Funktionen, aber auch für Sicherheitspatches.
Umstieg auf Business Central SaaS empfohlen
Business Central aus der Cloud bietet hier klare Vorteile:
- aktuelle Sicherheitsupdates
- automatische Plattformaktualisierung
- Betrieb in einer professionell abgesicherten Microsoft-Cloud-Umgebung
- weniger Aufwand für eigene Infrastruktur
- bessere Grundlage für moderne Schnittstellen, Automatisierung und KI-Szenarien
Es geht dabei nicht darum, bewährte On-Premises-Systeme schlechtzureden. Viele davon haben lange sehr gute Arbeit geleistet und sind tief in die Unternehmensprozesse integriert. Gleichzeitig lohnt sich ein ehrlicher Blick darauf, ob das bestehende System noch zur eigenen Planung für die nächsten Jahre passt.
Auch wenn Sie heute bereits eines oder zwei der großen Updates im Frühjahr oder Herbst mitnehmen, prüfen Sie bitte, ob Ihre Update- und Sicherheitsstrategie den heutigen Anforderungen noch gerecht wird.
Jetzt patchen & Systemstrategie prüfen
Wer noch mit NAV oder Business Central On-Premises arbeitet, sollte jetzt strukturiert prüfen, welche Modernisierungsoptionen sinnvoll sind. Da die oben genannte Lücke nach aktueller Einordnung wohl noch nicht aktiv ausgenutzt wurde, ist das aus unserer Sicht kein Grund für völlige Panik.
Definitiv sollte die Lücke durch einen Patch zeitnah geschlossen werden. Darüber hinaus ist dies ein sehr guter Anlass, die eigene Systemstrategie nüchtern und vollständig zu prüfen. Denn wenn Angriffe schneller, günstiger und automatisierter werden, sollte auch die eigene ERP-Sicherheitsstrategie nicht nur reaktiv funktionieren.
Disclaimer: Unsere Einschätzung basiert auf den zum Zeitpunkt der Erstellung verfügbaren Informationen und erfolgt ohne Gewähr. Bitte bilden Sie sich unter dem oben genannten Link zu den CVE-Informationen selbst ein Bild zur konkreten Risikolage für Ihr Unternehmen.
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